Einmal sind des die Überraschungseier, ein anderes Mal ist es Shampoo, dann Fruchtsaft oder Spielzeug – immer unverfrorener gehen Diebesbanden auf deutschen Raststätten vor, um ganze Wagenladungen zu klauen – und oft den Lkw dazu. Mit Schäden im Wert von 1,3 Milliarden Euro nur durch Ladungsdiebstahl entlang der Fernstraßen wurde 2016 ein Höhe- punkt erreicht: Alle 20 Minuten, so eine aktuelle Studie, wird ein Laster überfallen – 26.000 Lkw-Diebstähle listet die Untersuchung auf.
Genug ist genug, sagt jetzt eine Allianz von 14 Verbänden, darunter auch der GDV. Sie fordert, endlich wirksam gegen Lasterklau vorzugehen: Ermittlungsbehörden müssten den Fahndungsdruck auf die „kriminellen Organisationen” erhöhen, so die Allianz, zudem müsse die Polizei auf Rastplätzen häufiger präsent sein sowie spezialisierte „Schwerpunktstaatsanwaltschaften” müssten geschaffen werden.

Es fehlt an sicheren Rastplätzen

Die unmittelbaren Schäden durch Lkw- Klau sind dabei nur eine Seite – an Schäden, die bei den Empfängern der gestohlenen Ladungen entstehen – weil etwa die Produktion zum Erliegen kommt. Mit 2,2 Milliarden Euro reicht der jährliche Schaden damit fast an die Bedeutung des Ladendiebstahls heran, der den Einzelhandel 2016 rund 3,4 Milliarden Euro gekostet hat. Mehr gesicherte Parkplätze müssten deshalb zügig am deutschen Fernstraßennetz entstehen. Bisland gelten nur rund zwei Dutzend als sicher. Diese umzäunten, kameraüberwachten und ausgeleuchteten Rastplätze kosten aber extra – was den Kostendruck im ohnehin eng kalkulierenden Speditionsgeschäft weiter erhöht.
Die EU-Kommission hat zumindest in Aussicht gestellt, allgemein verbindliche Standards für sichere Parkflächen zu entwickeln. Die Bundesregierung wiederum fördert seit Neuestem Spediteure, die sichere Rastplätze ansteuern: Bis zu 80 Prozent der Parkgebühr ersetzt das Bundesamt für Güterverkehr. Der Zuschuss, so GDV-Transportversicherungsexperte Björn Kupfer, „gibt Spediteuren einen Anreiz, sichere Parkplätze zu nutzen“.
Immerhin, ein Anfang ist gemacht.