GESUNDHEIT

Der aktuell günstigste Krankenversicherungsbeitrag, angeboten vom Versicherer Zekur, wirkt mit seinen 92 Euro im Monat wie ein Schnäppchen. Doch für diese „basisverzekering“ gibt es in den Niederlanden nur die staatlich festgelegte Grundversorgung. Wer Zahnspangen, Physiotherapie oder alternative Arzneimittel möchte, muss aufstocken mit Zusatzpaketen, „aanvullende zorg- verzekering“ genannt. Damit steigt der monatliche Beitrag schnell um einige Dutzend Euro. Hinzu kommt ein Eigenanteil von jährlich 385 Euro. Erst danach bekommen Niederländer die Rechnungen für ihre Medikamente erstattet. Hausarztbesuche jedoch sind davon ausgenommen. Wer sich besonders fit fühlt, kann sein „eigen risico“ höher ansetzen und dadurch seine monatlichen Beiträge drücken – individueller geht’s kaum.

FAHRRAD

Die Niederländer fahren bekanntlich leidenschaftlich gern Fahrrad. Immer häufiger sind sie auch elektrisch unterwegs, vor allem Pendler freuen sich über die Trittunterstützung. Inzwischen gibt es mehr als 1,4 Millionen E-Bikes im Land, mit steigender Tendenz. Die zwischen 1000 bis 3000 Euro teuren Elektrodrahtesel stoßen bei den ebenfalls leidenschaftlichen niederländischen Fahrraddieben auf großes Interesse. Der vermehrte Diebstahl hat dazu geführt, dass eine Fahrradversicherung in Hochrisikogebieten wie Amsterdam inzwischen rund 400 Euro pro Jahr kostet.

BESTATTUNG

Sterben kostet. Einer Umfrage zufolge haben 70 Prozent der Niederländer deshalb eine „uitvaartverzekering“ abgeschlossen, eine Bestattungsversicherung. Ein 18-Jähriger zahlt monatlich beim günstigsten Anbieter Yarden rund vier Euro für eine versicherte Summe von 5000 Euro; die Prämie für einen 65-Jährigen liegt bei 25 Euro. Die Versicherten haben die Wahl zwischen einem Geldbetrag oder der „naturaverzekering“, bei der je nach Tarif Sarg, Grabstein oder Blumenarrangement von der Versicherung direkt bezahlt wird. Die meisten Niederländer entscheiden sich fürs Naturalienangebot, auch weil sie damit gleich festlegen können, ob sie ihr allerletzter Weg ins Krematorium oder doch zur Erdbestattung führt.

GEBÄUDE

Die „opstalverzekering“ (Gebäudeversicherung) deckt Schäden am Haus und allen festsitzenden Teilen ab, die zum Beispiel durch Feuer, Sturm oder geborstene Wasserleitungen verursacht werden. Viele Banken vergeben Hypotheken an Hauskäufer nur dann, wenn sie eine solche Versicherung abschließen. Bei Flutkatastrophen zahlt eine Gebäudeversicherung übrigens nicht. Nach der verheerenden Sturmflut im Jahr 1953 hatten alle niederländischen Versicherer beschlossen, gegen solche Überflutungen nicht mehr zu versichern. Da ein großer Teil des Landes unter dem Meeresspiegel liegt, war das Risiko nicht mehr kalkulierbar. Erst seit Kurzem bietet der Versicherer Nederlandse wieder eine Police gegen Überflutungen an – als Einziger in den ganzen Niederlanden.