KFZ-HAFTPFLICHTVERSICHERUNG

480.000 Verkehrsunfälle mit 17.000 Toten werden jährlich in Mexiko gezählt, doch drei von vier Autos sind nicht versichert. Solange keine Haftpflichtversicherung für Kraftfahrzeuge vorgeschrieben ist, verzichten die meisten Mexikaner darauf. „Todo saldrá bien“ – wird schon gut gehen. Dafür will jetzt der Staat sorgen: Seit dem 23. September 2014 muss für jedes Fahrzeug eine Versicherung zum Schutz von Unfallopfern abgeschlossen werden. Das kostet im Jahr umgerechnet zwischen 11 und 15 Euro. Wer ohne erwischt wird, muss mindestens 80 Euro zahlen. Trotzdem verbuch der Verband mexikanischer Versicherungsträger (AMIS) eine recht mäßig steigende Zahl an Policen: Die Strafen werden so gut wie nie verhängt.

AUSBILDUNGSVERSICHERUNG

Schule ist teuer, Universität noch teurer. Versicherungen, die im Falle von Tod oder Invalidität des Vaters die Ausbildungskosten samt Schulgeld tragen, sind nach Lebens- und Kranken- die beliebtesten Versicherungen – wenn man sich die Beiträge leisten kann. Laut einer HSBC-Umfrage verfügen 92 Prozent der Väter über kein Sparguthaben. Vier von fünf Schulabgängern sagen, sie können sich finanziell kein Studium leisten. Das Studieren an einer privaten Hochschule kostet umgerechnet zwischen 24.000und 39.000 Euro. Um diese Summe aufzubringen, beginnen viele Familien bereits mit der Geburt des Kindes zu sparen.

LEBENSVERSICHERUNG

Obwohl die mexikanische Wirtschaft schwächelt, steigt die Summe eingezahlter Versicherungsbeiträge – 2013 inflationsbereinigt um 6,5 Prozent. Die Argumente sind überzeugend, denn laut einer Swiss-Re-Studie fühlen sich drei von vier Mexikanern verletzlich gegenüber den Risiken, die der plötzliche Tod eines Familienmitglieds oder eine langanhaltende Krankheit mit sich bringen. Trotzdem besitzen nur 7,8 Millionen der 122 Millionen Mexikaner eine persönliche Lebensversicherung. Denn Mexikaner ziehen es vor, Ersparnisse auf einem Bankkonto zu deponieren. Trotzdem wäre die Mehrheit der Bevölkerung bereit, Geld in eine Lebensversicherung zu investieren, besagt eine AMIS-Umfrage. Sie müsse nur preiswert, verständlich und leicht abzuschließen sein. Diese Botschaft ist bei den Versicherungen angekommen: Genau das bieten sie jetzt an.

KRANKENVERSICHERUNG

Private Krankenversicherungen sind teuer, aber Alternativen wie die Volksversicherung „seguro popular“ sind nicht billig: Mexikaner haben bisher rund 45 Prozent der Arzt-, Krankenhaus- und Medikamentenkosten aus eigener Tasche bestritten. Aufgrund der Mängel der öffentlichen Gesundheitsversorgung – privates und öffentliches System existieren parallel – wechseln immer mehr Mexikaner zu privaten Anbietern. Ihr Anteil liegt erst bei 7,5 Prozent, doch laut AMIS-Präsident Fernando Solís verbuchten die Privaten 2013 bei den Beiträgen ein Plus von 90 Prozent.