BESTATTUNGEN

Nicht verpflichtend, aber nachgefragt sind Bestattungsversicherungen. Sie kommen für die Beerdigungskosten inklusive Sarg, Grabstätte sowie – das ist der Clou – Exhumierung auf. Ein möglicher Grund für diese Nachfrage ist das Verbot, Personen einzuäschern, die ermordet wurden oder eines gewaltsamen Todes gestorben sind. Da die Polizei sich das Recht vorbehält, jederzeit eine neue Untersuchung der Leiche vorzunehmen, sind die betroffenen Familien verpflichtet, die Toten herkömmlich zu bestatten und das Grab angemessen zu pflegen. Mord und Totschlag (homicidio) ist in Kolumbien übrigens die zweithäufigste Todesursache. Nicht zu vernachlässigen ist aber auch ein kultureller Aspekt: Viele Kolumbianer fühlen sich zuständig für bis zu drei Generationen verstorbener Familienangehöriger.

GESUNDHEIT

„La ley 100“, das Gesetz 100, reformierte 1994 das Gesundheitswesen. Ziel: durch die Kombination staatlicher Beiträge (jeder Beschäftigte muss obligatorisch 14 Prozent seiner Einkünfte an die Krankenversicherung abführen) und eines komplexen Systems privater Angebote eine flächendeckende Gesundheitsversorgung zu etablieren. Das ist nicht wirklich gelungen. Wer zum Arzt geht und die verschriebenen Medikamente kauft, zahlt dafür 46.000 Pesos (rund 14 Euro). Die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten sieht sich gezwungen, private Versicherungspakete zu erwerben, die zugleich die Familie mit absichern. Ein Beispiel ist der „Goldene Plan“, den der Versicherer Coomeva anbietet.

Diebstahl

Diebstahl ist der wichtigste Grund für den Abschluss einer Versicherung, für Autos ebenso wie für Handys. 2014 wurde offiziellen Quellen zufolge alle 30 Sekunden ein Mobiltelefon geklaut. Jeder dritte Handy-Besitzer wurde Opfer, zur Anzeige kamen nicht einmal zwei Prozent der Fälle. Die betroffensten Städte: Bogotá, gefolgt von Medellín und Cali.

AUTO

Verkehrsunfälle sind in Kolumbien die siebthäufigste Todesursache. Deshalb muss, wer sich privat ein Auto kauft, seit 2002 obligatorisch die staatliche Haftpflichtversicherung SOAT abschließen. Allerdings deckt die SOAT nur Schäden bis zu 16 Millionen Pesos ab, das sind nicht einmal 5.000 Euro. Das reicht selten aus, um etwa Kosten für einen Krankenhausaufenthalt, Pflege und Rehabilitation zu decken. Die häufigste von Kolumbianern freiwillig abgeschlossene Versicherung sichert Risiken rund ums Auto weitaus umfassender ab und übernimmt verursachte Schäden in höherem Maße. Die erweiterten Kfz-Versicherungen umfassen häufig außerdem Rechtsschutz, Pannenservice, Anspruch auf einen Ersatzwagen – und versichern das Auto vor allem gegen Diebstahl.