Die Gesundheit

Jeder erwachsene Kenianer kann sich über das staatliche Gesundheitssystem, den National Hospital Insurance Fund (NHIF), krankenversichern. Abhängig vom Einkommen zahlen Angestellte umgerechnet zwischen 2,50 Euro und 14,50 Euro monatlich, Arbeitslose nur einen Bruchteil davon. Der NHIF garantiert allerdings kaum mehr als den Anspruch auf ein Bett im Krankenhaus, übernommen werden nur minimale Kosten bis zu umgerechnet 13 Euro am Tag. Auf dem Land wissen viele Menschen nicht, dass es den NHIF gibt, können ihn sich nicht leisten oder halten ihn für unnötig. Über die vom Staat finanzierten Hospitäler, die mitunter nicht einmal die Mindestanforderungen an Hygiene erfüllen, kursiert der Spruch: Du gehst mit einer Krankheit rein und wirst mit drei anderen entlassen. Viele Kranke harren daher lieber zu Hause aus.

Die ernte

Wenn Stürme, eine Dürre oder auch Regenfluten die Maisernte ganz oder teilweise zerstören, kompensiert die sogenannte Crop Insurance den Verlust. Die kenianischen Farmer schließen sich dafür zusammen zu Saccos, Genossenschaften, die sich eine Versicherung gegen Ernteausfall teilen. Ein Problem gibt es dabei: Den lokalen Versicherungsanbietern – die häufig von gemeinnützigen Initiativen unterstützt werden – mangelt es oft an verlässlichen Erfahrungswerten, was für Schäden auf sie zukommen könnten.

Das Handy

Das Prinzip „M-Pesa“, auf Deutsch: mobil bezahlen, hat sich durchgesetzt in Kenia, wo so ziemlich jeder Mensch ein Mobiltelefon hat und es auch intensiv nutzt. Geldbeträge werden per Handy überwiesen: ob für das Motorradtaxi, die Stromrechnung, den Sack Maismehl im Dorfladen oder die Versicherung. Kunden bekommen vom Versicherer eine Erinnerungs-SMS mit einer Zahlungsaufforderung für ihre Lebens-, Pensions- oder auch Real-Estate-Versicherung. In der SMS ist die Zahlungsnummer des jeweiligen Versicherers vermerkt. Wenn die Zahlung an die Nummer (jede Firma hat ihre eigene) übermittelt ist, erhält der Absender eine Zahlungsbestätigung. Fertig!

Das Auto

Versichert muss jedes motorisierte Fahrzeug sein, das sich im Straßenverkehr bewegt – auch Sammeltaxis. Matatus zählen zu den billigsten und meistgenutzten Transportmitteln in Kenia, mehr als 3000 dieser Minibusse sind allein im Zentrum von Nairobi unterwegs. Die meisten Betreiber beschränken sich auf den minimalsten Schutz, die Teilkasko. Schon dafür muss der Betreiber eines neunsitzigen Minibusses jährlich umgerechnet knapp 700 Euro aufbringen – je größer das Matatu, desto höher die Prämie. Um die Kosten reinzubekommen, rasen die Fahrer mit oft hoffnungslos überladenen Rostlauben, was das Zeug hält; sie überholen trotz Gegenverkehr, drängeln Fußgänger von den Gehsteigen, fahren neben der Fahrbahn und halten sich auch sonst an kaum eine Verkehrsregel.