Öl und Gas

Mehr als die Hälfe des Bruttoinlandprodukts Katars stammen aus Gas und Erdöl. Die Halbinsel am Golf verfügt über die weltweit drittgrößten Erdgasreserven, und die sind noch lange nicht erschöpft. Irgendwo gibt es bestimmt noch ein Feld, das noch nicht gefunden wurde. Und garantiert diverse Gas­- oder Ölfelder, die einen Teil ihrer Schätze noch zurückhalten. Entrepreneure in diesem Bereich sind gern gesehen, doch sollen sie nicht ohne sicherndes Netz loslegen: Versicherungen um alles, was mit Energie zu tun hat, zählen zum Standardrepertoire katarischer Versicherer. Probebohrungen werden ebenso versichert wie Schäden an Maschinen oder Plattformen. Und wenn der Umwelt etwas passiert? Auch die Schadenersatzforderungen können durch die Policen abgedeckt werden.

Geld und Yachten

Für Unternehmen kommt es mitunter deutlich billiger, ihr Bargeld zu versichern, als es gegen Gebühren bei der Bank zu lagern. In Europa ist dieses Angebot auf Firmen begrenzt, in Katar steht es auch Privatleuten offen. Ob ihnen zu Hause der Safe ausgeraubt oder die Aktentasche voller Scheine verloren wurde; ob der Bankangestellte mit dem Geldkoffer verschwunden ist oder sich gefälschte Banknoten im Portemonnaie finden -­ alles kein großes Problem. Mit der richtigen Versicherung. Auch für Luxusgüter mangelt es nicht an Versicherungen. Ob es die teuren Schmuckstücke im Safe des Juweliers sind oder das eigene Boot: Selbst Mega­Yachten zum Preis von rund 1 Mio. Euro – pro Meter! – lassen sich am Golf problemlos versichern.

Gesundheit

Katar ist das reichste Land der Welt, dafür sorgen Erdöl und Gas. Dieser Reichtum lockt Menschen aus aller Welt in das arabische Königreich: 90 Prozent der 2,7 Millionen Einwohner sind Ausländer. Auch für deren Gesundheit kam lange Zeit vor allem der Staat auf. Es reichte, für umgerechnet 25 Euro jährlich eine Versicherungskarte zu erwerben. Das System geriet ins Wanken, als die National Health Insurance Company eine staatliche Pflichtversicherung für alle Einwohner Katars unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit einführen wollte. Das „Seha“ (Gesundheit) getaufte System entpuppte sich als unerwartet kostspielig, weil überdurchschnittlich viele Kataris sich seit seiner Einführung 2013 nicht mehr in staatlichen Krankenhäusern, sondern teuren Privatkliniken behandeln ließen. Seit 2016 verkaufen nun private Krankenkassen staatlich regulierte Versicherungspakete.

Auto

Im Emirat ist Standard, was in Deutschland eher als Luxuskarosse durchgehen würde. Eines jedoch ist gleich: Das Auto ist ein Statussymbol. Deshalb gibt es eine ganze Reihe von Kfz­-Versicherungen. Ganz wichtig ist im Wüstenstaat das Zusatzmodul „O ­Road“ für ungeteerte Straßen und Pisten, damit man unbeschwert am Strand lang oder über Baustellen fahren kann. Gegen eine geringe Zusatzgebühr werden sogar Schäden abgedeckt, die bei einer Wüstentour durch die Dünen entstehen.