Erdbebenversicherung

Der Einsturz der Autobahnbrücke in Genua, bei dem 43 Menschen starben, hat dem Land die Verwundbarkeit selbst der mächtigsten Bauwerke tragisch vor Augen geführt. Italien lebt seit Jahr und Tag mit dieser Angst: Viele Regionen sind erdbebengefährdet. Umso erstaunlicher, dass in der achtgrößten Volkswirtschaft der Welt nur ein Bruchteil der privaten Häuser gegen Erdbeben versichert sind. Bei öffentlichen Gebäuden ist die Quote höher. Bei der Brücke in Genua greifen übrigens wohl Haftpflicht- und Betriebsunterbrechungsversicherungen, den Wiederaufbau müssen der Betreiber oder der Staat selbst finanzieren.

Versicherungsbetrug

Das Klischee, ein Hort der Kriminalität zu sein, wird das Land so schnell nicht los. Ein besonders dreister Fall von Versicherungsbetrug machte kürzlich Schlagzeilen: Zwei Banden auf Sizilien fügten Menschen mit Hanteln Knochenbrüche zu, um Verkehrsunfälle vorzutäuschen und hohe Versicherungssummen zu kassieren. Die Verletzten wurden neben fingierten Unfallwagen am Straßenrand drapiert, falsche Zeugen belogen Rettungskräfte. Den Opfern wurden 30 Prozent der Versicherungssumme versprochen, oft erhielten sie aber nur 50 oder 100 Euro.

Drohnenversicherung

Italiener lieben Drohnen, überall schwirren die sirrenden Minicopter herum. Die Politik hat auf den Boom mit strengen Gesetzen reagiert, die Flughöhe für Hobbyflieger ist auf 70 Meter beschränkt (Deutschland: 100 Meter). In Städten wie Rom und Venedig gilt für Drohnen sogar ein generelles Flugverbot, ebenso an Stränden. Wer einen der Miniflieger betreiben will, braucht eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung, die Schäden bis 750.000 Euro abdeckt. In Drohnen-Foren gilt Italien als „kompliziert“.

Telematiktarife

Nirgends erfreuen sich Telematiktarife so großer Beliebtheit wie in Italien. Die Kfz-Versicherer sind sogar verpflichtet, mindestens einen Tarif anzubieten, dessen Prämie sich am individuellen Fahrverhalten orientiert. Rund 20 Prozent der privaten Autofahrer haben eine entsprechende Police abgeschlossen. Versicherer bemessen damit ihre Tarife anhand der Daten aus sieben Millionen Fahrzeugen. Der Grund für die Begeisterung der Italiener dafür ist simpel: Beim Telematiktarif gibt es bei defensiver Fahrweise am Jahresende eine Gutschrift, mit der die Fahrer richtig sparen können.