Altervorsorge

Mehr als 70 Millionen Inder sind älter als 65. Aufgrund der höheren Lebenserwartung wird sich die Zahl laut UN bis 2050 mehr als verdreifachen. Es gibt aber weder eine staatliche Rentenvorsorge noch ein tragfähiges privates System. Das liegt auch daran, dass von den rund 500 Millionen erwerbstätigen Indern nur gut 15 Prozent regelmäßig Lohn erhalten. Im informellen Sektor zahlen weniger als fünf Prozent in einen Sparplan ein, schätzt die Asiatische Entwicklungsbank. Damit besäßen weniger als 20 Prozent der Arbeitskräfte überhaupt eine Altersabsicherung. Dennoch gelten Indiens Lebensversicherungen als das Glanzstück der Branche. Der Markt – mit mehr als 360 Millionen Policen der größte weltweit – soll über die nächsten fünf Jahre um 12 bis 15 Prozent jährlich wachsen.

Autoversicherung

Autos sind ein Statussymbol für die wachsende Mittelschicht, deshalb sind Kfz-Versicherungen derzeit der wichtigste Bereich für die Assekuranz. Obwohl der Verkauf von Neuwagen nur leicht zunimmt, machen die Automobil-Versicherungen fast 42 Prozent am gesamten Prämienaufkommen (ohne Spezialversicherungen) aus. Denn zumindest eine Haftpflichtversicherung ist bei der Zulassung eines Fahrzeugs Pflicht. Allerdings gaben die Inder 2007 die Tarife frei – was zu einem harten Preiskampf unter den Anbietern führte und die Margen belastete. Zudem sind die Bedingungen in Indien sehr speziell: So versichert der Betreiber einer Mautstraße den Fahrer beispielsweise automatisch gegen drohende Tierarztrechnungen, sollte er eine (heilige) Kuh anfahren.

Mikroversicherung

Mehr als 111 Millionen Inder haben Mikroversicherungen abgeschlossen, die es schon für wenige Cent im Monat gibt. Der Großteil davon sind Lebensversicherungen. 2012 trug allein Indien gut 66 Prozent zum gesamten Prämienaufkommen von Mikroversicherungen in Asien bei. Insgesamt ist der Versicherungsmarkt seit dessen erster Liberalisierung 1999 um gut 15 Prozent jährlich gewachsen. Der Mikro-Markt aber legte deutlich schneller zu. Das lag auch daran, dass die Politik die Versicherer 2002 zwang, einen Anteil ihres Portfolios den „ländlichen und sozialen Sektoren“ zu widmen. Einige Bundesstaaten fördern den Ansatz dadurch, dass sie sich an Prämien für Mikroversicherungen, beispielsweise gegen Ernteausfälle, beteiligen.