Gesundheit

Jeder dänische Bürger ist krankenversichert – ob er Steuern zahlt oder nicht. Er erhält eine „sygesikringskort“, die bei jedem Arztbesuch vorgezeigt wird und die hilft, Patientendaten – Behandlungen, Rezepte, Überweisungen – elektronisch zu bündeln. Der Staat finanziert das System und damit die meisten Standard-, aber auch komplizierteren Behandlungen (auf die Patienten allerdings oftmals lange warten müssen) aus Steuereinnahmen. Der Gang zum Zahnarzt hingegen muss meist privat bezahlt werden. Doch dafür gibt es private Zusatzversicherungen, die solche Leistungen abdecken. Für diese Zusatzversicherungen kommt übrigens oft der Arbeitgeber auf.

Rente

In Dänemark gibt es für jeden die staatlich finanzierte „folkepension“. Wer vor 1954 geboren worden ist, kann diese Volkspension mit 65 Jahren beziehen, für spätere Jahrgänge wird das Renteneintrittsalter laufend erhöht und überschreitet in einem Vierteljahrhundert die 70. Wer 40 Jahre in Dänemark gelebt hat, bekommt monatlich 6.062 Dänische Kronen (815 Euro) Grundbetrag. Die Nettorente reicht in der Regel nicht aus, um den Lebensstandard zu halten. Private und betriebliche Altersvorsorge sind deshalb üblich. Banken und Versicherer bieten über den Arbeitgeber oder auch direkt kapitalgedeckte Rentenversicherungen an, die nachgelagert besteuert werden. Wegen des hohen Anteils an Kapitaldeckung und des stetig steigenden Renteneintrittsalters belegt Dänemark in Nachhaltigkeitsrankings in Sachen Altersvorsorge stets Spitzenplätze.

Arbeitslosigkeit

In Dänemark wird niemand zu einer Arbeitslosenversicherung gezwungen. Doch mehr als 70 Prozent der Dänen sichern sich freiwillig gegen Jobverlust ab: Gut zwei Millionen Mitglieder in den sogenannten A-Kassen zählte der Branchenverband AK-Samvirke, bei insgesamt 2,9 Millionen Erwerbstätigen und Arbeitssuchenden. Der Durchschnittsbeitrag beträgt 465,70 Dänische Kronen (63 Euro) monatlich. Dafür werden im Falle des Jobverlusts pro Arbeitstag ohne Beschäftigung bis zu 836 Kronen (112 Euro) ausbezahlt. Wer in den drei Monaten vor einer Arbeitslosigkeit insgesamt weniger als 65.588 Kronen (8.821 Euro) verdient hat, bekommt weniger ausgezahlt. Die Leistungen müssen wie Gehälter versteuert werden, im Gegenzug sind die Beiträge absetzbar.

Wintersegeln

In Dänemark ist es nie weit zur Küste, entsprechend verbreitet ist Segeln als Sport. Natürlich gibt es entsprechende Versicherungen, doch die decken nur Touren in der Zeit zwischen 1. April und 15. November ab. Außerhalb dieses Zeitraums ist das Boot nur an Land versichert. Doch die Dänen sind hart im Nehmen, nicht von ungefähr stammen sie von den Wikingern ab. Wer bei Eiseskälte aufs Wasser möchte, muss das nicht unversichert wagen: Viele Versicherer bieten auch eine Wintersegelversicherung an.