Die Fachwerkstätten haben da einiges auf Lager. So lässt sich die Gangschaltung mit einem Schließsystem namens Bearlock aufrüsten. Und als Ergänzung zur elektronischen Wegfahrsperre gibt es zum Beispiel das Caddillock-System, das die Stromversorgung von der Batterie zum Anlasser unterbricht – und angeblich nicht ausgebaut werden kann, ohne die Batterie zu beschädigen.

Jede Minute zählt

Auch wenn kein System absolute Sicherheit garantiert: Jede Hürde, jede Abweichung von der serienmäßigen Sicherheitstechnik kann einen Dieb im Zweifelsfall abschrecken. Weswegen auch eine nachträglich eingebaute Alarmanlage sinnvoll sein kann – allein schon weil der Dieb vorab nicht weiß, wo sie steckt, wie sie gesichert und wie sie zu deaktivieren ist.
Den Einbau sollte in jedem Fall eine Fachwerkstatt übernehmen, empfiehlt die Polizei – nur dann kann man sich sicher sein, dass Fehlalarme ausgeschlossen sind. Bei besonders diebstahlgefährdeten Wagen wie SUVs und VW-Bussen machen Werkstätten ein gutes Geschäft mit komplexen Sicherheitslösungen aus allerlei Modulen wie Radarsensoren, die schon auf die Nähe eines Menschen reagieren, ferngesteuerten Wegfahrsperren oder SMS-Benachrichtigungen.

VIELE MENSCHEN SIND NACHLÄSSIG, WENN ES UM EINBRUCHSCHUTZ GEHT.

HARALD SCHMIDT, GESCHÄFTSFÜHRER DER POLIZEILICHEN KRIMINALPRÄVENTION

Eine ganze Reihe von Herstellern bietet inzwischen GPS-Module an, mit denen sich ein gestohlenes Auto orten lässt – manche Systeme können sogar den Motor abschalten. Opel mit seinem Onstar-System bietet das ab Werk an, weitere Angebote werden wahrscheinlich bald auf den Markt kommen, spätestens mit der Einführung des E-Call. Unter diesem Begriff schreibt die Europäische Union vor, dass künftig jeder Neuwagen mit einem GPS-Ortungsgerät, das per Mobilfunk einen Notruf absetzen kann, ausgestattet werden muss.
Dass neue Technik auch unterwegs zu neuen Gefahren führen kann, das gilt etwa für die Reisekasse: Wie Verbraucherschützer berichten, sind die Funkchips in aktuellen Kreditkarten ungeschützt gegen Datenklau. Diese Chips senden ständig die Kreditkartennummer und das Ablaufdatum – mit einem Lesegerät, das zum Beispiel heimlich unter einem Verkaufstresen montiert wird, können diese Daten abgegriffen werden. Immerhin wird die Prüfziffer nicht mit übertragen – weswegen der Karteninhaber auch nicht für Schäden haftet.
Es lohnt sich dennoch immer, ein kritisches Auge auf die Kreditkartenabrechnungen zu werfen – und auf die Kontoauszüge sowieso. Zwar kommt das Skimming, also das heimliche Auslesen von EC-Karten am Geldautomaten, nicht mehr so häufig vor wie früher, weil die Automaten inzwischen meistens nur noch den Chip auslesen. Aber viele Lesegeräte im Geschäft scannen überdies noch den anfälligeren Magnetstreifen und könnten deswegen manipuliert sein.

Nach wie vor gilt auch: Wenn die EC-Karte weg ist, sofort sperren lassen – nur dann ist man geschützt (bis auf einen Selbstbehalt von 150 Euro), alles andere ist fahrlässig. Die meisten deutschen Kreditinstitute haben sich inzwischen der zentralen Sperrnummer 116 116 angeschlossen (aus dem Ausland besser erreichbar unter +49/30/40 50 40 50), die nächsten Anrufe sollten der Bank und der Polizei gelten. Diese Nummern also am besten vor der Abreise heraussuchen und aufschreiben.
Was man dagegen nie aufschreiben sollte, ist die PIN. Jedenfalls nicht auf einen Zettel in der Brieftasche. Denn dann haftet man für alle Schäden selbst und kann die Schuld nicht mal der dummen Technik geben. Wie dumm.

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