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Jörg Günther

Versicherungsexperte und Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG

Jörg Günther

Kunden wollen Entscheidungen schnell in die Tat umsetzen. Versicherer sind nun in der Pflicht, Angebote zu schaffen, die diesen Ansprüchen gerecht werden. Kurzfristige Versicherungsabschlüsse über Apps lohnen sich. Tatsächlich sind die Abschlusszahlen bei den Versicherern bislang jedoch überschaubar. Das könnte sich bald ändern: Die Kunden wollen in der Situation entscheiden – etwa beim Skifahren, im Fußballstadion oder wenn sie das neue Smartphone in Händen halten und es versichern möchten. App-Abschlüsse bieten vor allem eins: kurzfristige Sicherheit, falls die Versicherung zur jeweiligen Situation vergessen wurde.

Auch für die Anbieter wird dieses Metier immer interessanter, weil sie hierdurch als serviceorientiert wahrgenommen werden. Ist die Produktpalette groß und die Möglichkeit des Abschließens quasi immer vorhanden, steigt damit die Kundenzufriedenheit. Darüber hinaus zeigen sich die Unternehmen als moderne Partner, die die neuen digitalen Interaktionskanäle bestmöglich nutzen.

Es sollte nicht verschwiegen werden, dass die Kunden über die App im Gegensatz zu klassischen Tarifen bislang noch höhere Beiträge zu entrichten haben, dafür jedoch einen geringeren Versicherungsschutz genießen. Doch genau dieser Missstand könnte sich bald ändern. Der mittelbare Erfolg von Versicherern wird künftig noch stärker von der Kundenorientierung sowie den Möglichkeiten digitaler Kommunikation abhängen.

Apps werden hier ein wichtige Baustein sein: Die traditionellen Werte, die beim Kunden nachgefragt werden, verschieben sich. »Immer da, immer nah« wird abgelöst von »Nah bei Bedarf«.

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