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Jörg Rheinländer

HUK-Coburg- Sachversicherungsvorstand

Fakt ist: Ältere Fahrer verursachen im Durchschnitt mehr Schäden als Fahrer mittleren Alters. Das ist eine statistisch gesicherte Erkenntnis, die sich messbar in den Schadenbilanzen der Kfz-Versicherer niederschlägt. Exemplarisch zeigen das statistische Analysen des GDV, der dafür regelmäßig nahezu alle versicherten Kfz-Schäden der letzten drei Jahre auswertet. Weil Lebensalter und Schadenrisiko so eindeutig zusammenhängen, sind Zuschläge für ältere Fahrer nicht nur gerechtfertigt, sondern auch gerecht. Das erkennt auch der Gesetzgeber an. Eine unterschiedliche Behandlung ist laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz erlaubt, wenn es dafür sachliche Gründe gibt – beispielsweise ein höheres Unfallrisiko älterer Autofahrer.
In der Kfz-Haftpflichtversicherung stellt sich das altersbedingte Risiko nach den vom GDV veröffentlichten Zahlen so dar: Sind alle Fahrer vergleichbar – haben also bis auf das Alter ansonsten gleiche Risikofaktoren –, liegt das altersbedingte Risiko zwischen dem 25. und dem 67. Lebensjahr unter dem Durchschnitt aller Fahrer. Weil Kfz-Versicherer auch dieses geringere Risiko bei der Prämienkalkulation berücksichtigen, profitieren langjährige Autofahrer über 40 Jahre lang davon, dass sich das Alter zu ihren Gunsten auswirkt. Erst mit 68 steigt das Risiko über den Durchschnitt aller vergleichbaren Fahrer, dementsprechend erhöht das Alter dann auch den Versicherungsbeitrag.
Ältere Fahrer, die vorsichtig gefahren sind, müssen sich jedoch keine Sorgen machen, dass ihr Beitrag durch die Decke geht. Weil die Kfz-Versicherer nicht nur das Alter, sondern auch Fahrerfahrung berücksichtigen, profitieren sie von einem hohen Schadenfreiheitsrabatt, den junge Fahrer überhaupt nicht erreichen können – auch das ist nur gerecht.

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