Wer trägt die Schuld an den Katastrophen, der Mensch oder die Natur? Meist die Natur, heißt es bei der Swiss Re, die der Menschheit die Verantwortung für nur 155 der 353 als „Desaster“ klassifizierten Katastrophen
im vergangenen Jahr zuschiebt. Für den heißesten jemals gemessenen Sommer in den Vereinigten Staaten, die anhaltende Dürre in Osteuropa und Hitzewellen anderswo macht der Rückversicherer die Natur verantwortlich, ebenso für die Überflutungen in Nordengland, Ostafrika und im indischen Chennai. Egal, wer nun verantwortlich ist: Die Folgen solcher Katastrophen können die Wirtschaft weltweit erschüttern. Die Weltbank bezeichnete im Januar eine durch den Klimawandel herbeigeführte Katastrophe als „größtmögliche Bedrohung der globalen Wirtschaft in diesem Jahr“. Und im April traf sich erstmals das Insurance Development Forum, in dem die Weltbank und die Vereinten Nationen mit der Versicherungsbranche zusammenarbeiten. Ziel: die Schaffung eines global funktionierenden Versicherungsmarktes, der Menschen in aller Welt besser vor den Folgen von Naturkatastrophen schützen kann. Rund vier Milliarden Menschen haben immer noch keinerlei Versicherungsschutz, schätzt die Swiss Re. Um das zu ändern, experimentiert der Rückversicherer – ebenso wie viele andere Anbieter – mit bezahlbaren Mikroversicherungen, die etwa Bauern vor den Folgen von Unwettern schützen können, sowie mit Klimaversicherungen für ganze Staaten.