VERORTET

Nicht ganz dicht

Die marodesten Häuser stehen ganz im Westen, während im Osten die Wasserleitungen offenbar in Ordnung sind. Ein Erbe des sozialistischen Wohnungsbaus? Von wegen

Sollte Köln demnächst unter Wasser stehen, muss das nicht am Rheinhochwasser liegen. Vielleicht geben die maroden Kölner Wasserleitungen gleichzeitig den Geist auf und ergießen ihren Inhalt über die Stadt. Die Chance auf ein solches – zugegeben: nicht realistisches – Szenario ist jedenfalls
nirgendwo größer, denn an keinem Ort in Deutschland liegt die Zahl der Wasserschäden höher – mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt. Über diese Marke springt anson ten nur noch Krefeld, und das liegt ebenfalls tief im Westen. Wer hingegen im Osten wohnt, hat – zumindest statistisch gesehen – wenig Ärger mit maroden Wasserleitungen. Das liegt keineswegs daran, dass die Leitungen aus DDR-Zeiten auf die Ewigkeit ausgelegt waren.
Es kann auch einfach mit der Wasserqualität (viel Kalk oder wenig) zu tun haben. Oder daran, dass viele Häuser nach der Wende saniert wurden. Das heißt: Die Leitungen dort sind oft erst 15 oder 25 Jahre alt. Und brauchen noch etwas Zeit und mangelnde Pflege, bis Kölner Verhältnisse erreicht werden.