VERORTET

Arbeiten im Ruhestand?

Beine hochlegen und dem Müßiggang frönen? Von wegen. Jeder sechste Senior arbeitet im Rentenalter weiter – vor 15 Jahren waren es nur halb so viele

Kommt drauf an, wer gefragt wird. Der eine arbeitet mit 70 Jahren, „weil es mir Spaß macht“, die andere plagt sich mit 67 Jahren im Job, „weil die Rente vorne und hinten nicht reicht“. Die Statistik fragt nicht nach Motivation, sie zählt und stellt fest: Heute arbeiten gut doppelt so viele Menschen auch nach ihrem 65. Geburtstag als noch zur Jahrtausendwende. Die Quote liegt in Wirklichkeit noch leicht höher, als auf dieser Karte dargestellt, denn die Alterskohorte 70plus wird nicht mehr gefragt – obwohl es für diese Klientel durchaus noch Jobs gibt, wie
unser Generationengespräch ab Seite 23 zeigt (VERLINKUNG). Ob nun freiwillig oder eher „freiwillig gezwungen“: Wenn jeder sechste Rentner im Alter von 65 bis 70 Jahren sich nicht mehr damit zufriedengibt, die Beine einfach nur hochzulegen, dann hat sich das Renteneintrittsalter als feste Grenze, an der Menschen aus dem Arbeitsleben aussortiert werden, überholt.
Die Chance zum echten Ruhestand? Sollte es auf jeden Fall geben. Der Zwang? Schwindet. Zum Glück.