Früher riefen 50.000 Leute begeistert „Butt, Butt, Butt“ – von den Kollegen gab’s eben nur ein knappes „Moin“.Das passt schon. Ich weiß ja, wie ich mit Nachnamen heiße.

Im Ernst Atmosphäre, Teamspirit, TV- Auftritte – das fehlt Ihnen gar nicht?Vermutlich sind Sie Fußballanhänger. HSV-Fan? Oder Bayern?

Werder.Auch in Ordnung. Auf jeden Fall verstehe ich, dass das Fußballerleben aus Sicht eines Fans aufregend erscheint. Aber ich bin nicht Profi geworden, um ins Fernsehen zu kommen. Ich mag den Sport, wollte meinen Ehrgeiz ausleben, Erfolge mit Mannschaftskollegen feiern. All das hat der Fußball mir gegeben. Die Autogramme, Interviews und Sprechchöre gehörten dazu, standen aber nie im Mittelpunkt, insofern vermisse ich da nichts.


Man kann ja nicht 40 Jahre auf der Couch herumsitzen!

Wie leben Sie heute Ihren Ehrgeiz aus?Im Kern wie früher: Ich gehe meine Aufgabe mit Leidenschaft an und versuche, das Maximum zu erreichen. Zum Glück hat mir Technik seit je viel Freude bereitet, auch sehe ich gerne, wie etwas entsteht. Statt Bälle zu halten, vertiefe ich mich daher heute in technische Details zu unseren Verladerampen, um Kunden bestmöglich zu beraten und Herausforderungen zu meistern. Wenn das Feedback-Gespräch ergibt, dass mir das gelungen ist, stellt mich das zufrieden.

Ihr Vater ist Firmengründer, Ihr Bruder Geschäftsführer, Sie sind der „Neue“. Eine schwierige Konstellation?Im Gegenteil, die Rollen sind klar verteilt. Ich entlaste meinen Bruder, indem ich die Kundenbetreuung im süddeutschen Raum übernehme, was sich durch meinen Wohnort München anbietet. Ansonsten bin ich Lernender. So eine Rampe mag simpel wirken, doch es gibt zig Feinheiten bei Aspekten wie Tragfähigkeit, Hydraulik oder Bodenfreiheit, die es zu beachten gilt. Ganz zu schweigen von den vielen Vorgaben und Normen, die uns das Leben nicht gerade erleichtern. Auch wenn ich hier auf dem Betriebsgelände aufgewachsen bin, lerne ich noch immer jeden Tag hinzu.

Mit der Sie sich ja auskennen müssen. Daher nachgefragt: Revolutioniert die Elektronik Ihre Branche?Die Elektronik wird auf jeden Fall wichtiger. Es gibt Hotels, die senden ihren Gästen nach der Buchung einen Code aufs Handy, mit dem sie ins Zimmer kommen können. Einchecken entfällt. Oder nehmen Sie unsere multifunktionale Türverriegelung für Mehrfamilienhäuser. Da ist nachts oft die Haustür verriegelt. Kommen spät Gäste, mussten die Bewohner bislang mit dem Schlüssel runterlaufen und aufmachen. Jetzt können sie von oben per Knopfdruck entriegeln und wieder schließen.

Und dann spricht der Kunde Sie doch erst mal auf das 4:4 des HSV gegen Juventus Turin in der Champions-League- Saison 2000 an.Wenn mein Gesprächspartner Fußballfan ist, kommt das vor, was absolut okay ist. Wobei ich kein großer Geschichtenerzähler bin, der eine Anekdote nach der anderen raushaut.

1 2>