Lässt sich bei Lautsprechern die Qualität überhaupt noch verbessern? Auf jeden Fall! Wir steigern ständig die Klangqualität. Fortschritt zeigt sich auch bei den bassgewaltigen Boxen. Die waren vor zehn Jahren so groß wie Kühlschränke. Heute brauchen sie bei gleicher Qualität nur noch den halben Platz.

Wer kauft heute noch solche Boxen?Unsere Kunden sind zwischen 40 und 60 Jahre alt – zu 90 Prozent Männer, die sich für hochwertige Klangwiedergabe begeistern.

Wie sind Sie darauf gekommen, Geld mit dem Bau von Boxen zu verdienen?Ich begeisterte mich schon mit 14 Jahren für Elektroakustik. Als Schüler baute ich Boxen für Kumpels und testete immer neue Variationen, um den Klang möglichst klar wiederzugeben.

Das Hobby wurde zum Beruf?So ungefähr. Ein Kunde, der kein Geld hatte, hat mich mal mit einer halben Lastwagenladung Plattenspieler bezahlt. Das war mein Einstieg als Händler. Offiziell habe ich die Firma 1975 gegründet. In der ersten Zeit waren wir eine Handvoll Leute. Alles Typen, die nur für Lautsprecher und Musikwiedergabe gelebt haben. Wir haben oft 80 Stunden in der Woche an neuer Technik getüftelt. Schon damals verwendeten wir nur hochwertige Komponenten, auch wenn es zulasten der Marge ging. Das ist noch heute Teil unseres Erfolgsrezepts. Kein Mitbewerber ist so verrückt.

Haben Sie als junger Gründer schon an Ihre Altersvorsorge gedacht?Nein, ich war überzeugt von meiner Gesundheit. Im Laufe der Jahre habe ich allerdings rund 15 Lebensversicherungen abgeschlossen, die in die Tilgung von Krediten eingebunden waren. Die Banken hatten das so verlangt. Eine davon hat mir vor Kurzem eine hübsche Auszahlung beschert.

Ihre Firma ist lange stetig gewachsen. Dann kam das Jahr 2011 …Ein altes Kabel, das durch den Serverraum ging, hatte sich entzündet. Ein Feuer brach aus und zerstörte große Teile unseres Firmengebäudes. Die Geräte im Serverraum wurden zum Teil schwer beschädigt. Dabei wurden auch sämtliche Dateien mit Kundendaten vernichtet. Auch die dazugehörigen Sicherheitskopien waren hinüber. Kundendaten sind für uns lebenswichtig. Wir haben nur drei Verkaufsräume und machen den größten Teil des Geschäfts über den Versandhandel.

Was haben Sie unternommen?Wir hatten Glück im Unglück. Es gab eine weitere Sicherungsdatei mit den Kundendaten auf einem Gerät, das sich in meinem erst kurz vorher fertiggebauten Privathaus befand. Wäre das nicht so gewesen, hätten wir schließen müssen.

1 2>