Der Mann mag keine Roboter. Mit einem Eishockeyschläger haut er dem Roboter Atlas einen Karton aus den Armen, anschließend schubst er den 1,75 Meter großen und 80 Kilo schweren Androiden, sodass der in die Knie geht und dann der Länge nach hinschlägt.
Mehr als 14 Millionen Mal ist das Video bereits geklickt worden. Nicht wegen der rüden Umgangsformen, sondern wegen der eindrucksvollen Fähigkeiten des Roboters, sich nach dem Schubser umgehend wieder aufzurappeln – mit einer Motorik, die der eines Menschen auf fast schon unheimliche Weise ähnelt. Das Video der Google-Tochter Boston Dynamics wirft ein Schlaglicht auf den Stand der Roboterentwicklung, der auch im April auf der Hannover Messe zu besichtigen sein wird. Auf der weltgrößten Industrieschau präsentieren führende Hersteller wie Fanuc, Güdel und Kuka die neuesten Modelle einer Robotergeneration, mit der eine neue Ära der Automatisierung in den Werkhallen begonnen hat.
Nach Schätzungen der International Federation of Robotics (IFR) werden bis 2018 rund 1,3 Millionen Industrieroboter in den Fabriken der Welt arbeiten. Die aktuellen IFR-Statistiken weisen für 2014 einen Rekordzuwachs von 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf. Spitzenreiter bei der Automatisierung ist derzeit Südkorea. Mit 292 Robotern pro 10.000 Arbeitnehmer liegt Deutschland hinter Japan auf dem dritten Rang. „Der Roboter-Boom markiert einen wichtigen Meilenstein für die Verwirklichung der vierten industriellen Revolution“, sagt IFR-Präsident Joe Gemma.
Denn Roboter sind keine klobigen Ungetüme mehr, programmiert auf die immer gleichen Arbeitsabläufe. Künftig arbeiten Mensch und Maschine nicht durch Zäune getrennt, sondern Seite an Seite. Als flexibel einsetzbare Partner in der Produktion stellen sich die Roboter schnell auf wechselnde Anforderungen ein. Sie erkennen, wie Menschen Bauteile in der Produktion zusammensetzen, und können die Vorgänge dann selbstständig nachbilden.
Dank moderner Sensorik weichen die kollaborativen Automaten ihren menschlichen Kollegen so aus, dass Verletzungen vermieden werden. Neue Sicherheitsrichtlinien helfen den Unternehmen bei der Risikoanalyse. Und mit justierbaren Sicherheitsfunktionen lassen sich Position und Kraft der Roboter sowie die Geschwindigkeit der Gelenke passgenau einstellen. Und sollte doch etwas schiefgehen, greift die Maschinenversicherung – tatsächlich die immer noch zuständig, ist, auch für diese modernen Roboter.

Auch der GDV stellt auf der Hannover-Messe aus. Auf dem Stand E11 in Halle 27 geht es um alle Facetten der Industrie- und Technikversicherungen.