Das deutsche Modell der Elementarschadenversicherung hat international Vorbildfunktion. Etwa in China. Im Januar 2015 ist eine über 20-köpfige Expertendelegation beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin angereist, um sich über die Erfahrungen in der Risikobewertung von Naturkatastrophen zu informieren. Die Expertendelegation ließ sich nicht nur das Geoinformationssystem ZÜRS vorführen. Sie interessierte sich auch für die verbandspolitischen Aktivitäten, um die Bevölkerung für die Notwendigkeit eines adäquaten Versicherungsschutzes zu sensibilisieren.

Heute ist etwas mehr als jedes dritte deutsche Gebäude mit einer Police gegen Schäden durch Überschwemmungen, Rückstau und Starkregen abgesichert. Bei Sturm und Hagel sind es sogar über 90 Prozent.

Im April steht bereits die nächste Kooperation mit China an: Der GDV wird in der Küstenmetropole Xiamen den unter dem Dach der deutschen Stiftung Offshore entwickelten technischen Standard für die Errichtung von Windparks auf hoher See vorstellen – in chinesischer Übersetzung. Der „Offshore Code of Practice“ bündelt das Know-how von Versicherern und Wind-Industrie, das die Risiken bei der Errichtung von Offshore-Anlagen kalkulierbar und damit versicherbar macht.

Nicht nur aus China, auch aus anderen Ländern erreichen den Verband Anfragen. Beispiel Georgien: Weil das Land erstmals eine Kfz-Haftpflicht als Pflichtversicherung einführt, hat die georgische Versicherungswirtschaft den GDV kürzlich um Erfahrungswerte gebeten. Insgesamt hat der Verband bereits mit rund 15 Ländern Kooperationen für einen regelmäßigen fachlichen Austausch geschlossen. Diese leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die gegenseitigen Geschäftsaussichten zu verbessern.