In Österreich betreibt die mautfinanzierte Asfinag die Fernstraßen. Was können sich die Deutschen davon abgucken? Wir fragen Vorstand Klaus Schierhackl.

Die Asfinag betreibt das Autobahnnetz Österreichs seit 1997 – ein Vorbild? So ein Modell kann auch in Deutschland funktionieren. Eine Infrastrukturgesellschaft wäre eine gute Chance, den Autobahnbau bundesländerübergreifend zu planen. Ein weiterer Vorteil ist die Zweckbindung der Mittel.

Reichen die Einnahmen denn aus? Tatsächlich machen Mauterlöse mehr als 90 Prozent unserer Einnahmen aus. Da das Verkehrsaufkommen nicht stark schwankt, sind unsere Einnahmen relativ stabil. Damit decken wir unsere Ausgaben für Bau, Sanierung, Betrieb und Schuldendienst. Wir nehmen selbstverständlich auch Kredite auf. Aber wir kommen ohne Zuschüsse des Bunds aus.

Die Asfinag gehört dem Staat. Wäre es sinnvoll, solch eine Gesellschaft für private Anteilseigner zu öffnen? Bei uns gibt es nur zwei Stellschrauben. Auf der Ausgabenseite stehen die Kosten für Bauvorhaben, die wir eng mit dem Verkehrsminister abstimmen. Über die Höhe der Maut beeinflusst die Politik auch die Einnahmen. Dieser staatliche Einfluss würde Privatinvestoren eher abschrecken. Unsere Investoren sind dagegen mit unseren Anleihen ganz zufrieden. Sie bekommen einen festen Zins und tragen faktisch kein Risiko.

Wer kauft die Anleihen? Überwiegend institutionelle Investoren; darunter sind viele Versicherer, auch aus Deutschland.