Die Feuerwehrleute richten ihre Wasserkanonen auf die brennende Halle – und plötzlich fliegt alles in die Luft. Häuser stehen in Flammen, Autos brennen aus, noch drei Kilometer entfernt bersten die Fenster. Mehr als 100 Menschen sterben, der Hafen der chinesischen Hafenstadt Tianjin sieht am Morgen nach dem 12. August 2015 aus, als wäre ein Krieg ausgebrochen – ein chemischer Krieg. Wie sich herausstellte, waren im explodierten Lagerhaus giftige Chemikalien gelagert, allein 700 Tonnen hochgiftiges Natriumcyanid. Die Chemikalien werden von der Luft fortgetragen oder sickern in den Boden ein. Auch deshalb lässt sich der Schaden bestenfalls schätzen.
Genau das hat der Internationale Transportversicherungsverband IUMI getan: Tianjin wird die Assekuranz mehr als 5 Milliarden Dollar kosten. Asienweit ist das der höchste je von Menschen verursachte Schaden.