Viele haben wahrscheinlich noch die Tragödie von Nachterstedt in Sachsen-Anhalt vor Augen: Mitten in Deutschland rutschen 2009 rund 2,5 Millionen Kubikmeter Erde in einen Tagebausee. Zwei Häuser werden mitgerissen, drei Menschen sterben, 41 weitere verlieren ihr Zuhause. Auch hier hat Wasser eine entscheidende Rolle gespielt. Und gerade erst wieder geriet der Kaiserberg in Linz durch Wassereintritt nach starken Niederschlägen in Bewegung. Ein Haus wurde so stark geschädigt, dass nichts als der Abriss blieb. Eine Elementarschadensversicherung hatte die betroffene Familie nicht. Sie muss die Schäden selbst tragen. Eine vom DRK Ortsverein ins Leben gerufene Spendenaktion soll dabei helfen.

Gesichert gegen ökonomische Folgen

Ob Starkregen mit Erdrutsch, Schneedruck oder Lawinen – die zerstörerischen Elemente können erhebliche Sachschäden verursachen. „Nicht nur für Privatleute, auch für Unternehmen hat das schnell schwerwiegende wirtschaftliche Konsequenzen“, sagt Andreas Reinhold, Leiter Produktmanagement im Firmenkundengeschäft bei AXA. Doch es gibt Hilfe: Unternehmen können sich gegen Schäden an Gebäuden und deren Inhalt sowie den daraus resultierenden Betriebsunterbrechungen absichern. Das schließt auch die sogenannten Elementarschäden mit ein.

„Gerade die Notwendigkeit der Absicherung einer Betriebsunterbrechung wird von Unternehmern gern unterschätzt“, ergänzt Reinhold. „Dabei muss jeder Unternehmer aufgrund des eingeschränkten Betriebsablaufs mit teils erheblichen Einnahmeverlusten rechnen.“ Ohne eine Betriebsunterbrechungsdeckung hat der Versicherungsnehmer im schlimmsten Fall zwar neue Hallen und Maschinen – fehlende Einnahmen und laufende Fixkosten haben ihn jedoch bereits in die Insolvenz getrieben.

Winzer Felix Pieper sieht sein Schicksal mittlerweile mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Mit einem Felssturz hatte er einfach nicht gerechnet, schon gar nicht mit einem Beschäftigungsverbot durch die Bezirksregierung. Schließlich werden die Weinberg ein der romantischen Hügellandschaft seit Menschengedenken bewirtschaftet, ohne dass jemals etwas Vergleichbares passiert ist. Eine Absicherung hatte er also nicht – aber Glück im Unglück: das große Medien-Echo nach der Katastrophe. „Das hat letztlich einen PR-Effekt mit sich gebracht, der uns wieder beim Absatz geholfen hat“, so Pieper.

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