Der gläserne Autofahrer

Neben den Vorteilen hat die Telematik jedoch auch eine Kehrseite: Was passiert mit den vielen Daten, die die Technik über das jeweilige Fahrverhalten gewinnen und weiterleiten kann? Erstaunlicherweise scheinen die Fahrer da keine großen Bedenken zu hegen. Das legt zumindest eine aktuelle Umfrage des Hightech-Verbandes Bitkom nahe. Demnach hat nur eine Minderheit von elf Prozent Angst vor Offenlegung der gespeicherten Daten. Datenschützer sind da skeptischer. Sie befürchten, dass sich durch die Aufzeichnung von Beschleunigungsverhalten, Bremsvorgängen, Geschwindigkeitsübertretungen oder gefahrenen Kilometern Bewegungsprofile von Autofahrern erstellen lassen.

Diesen Bedenken wird man Rechnung tragen müssen, bevor sich Telematiktarife in Deutschland durchsetzen können. „Was erfasst wird und wohin die Daten gesendet werden, muss den datenschutzrechtlichen Regelungen in Deutschland entsprechen“, sagt Karsten Linke, Referent für Kraftfahrtversicherung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Der Kunde muss außerdem selbst darüber bestimmen können, was mit den Informationen aus seinem Auto passiert.“ Außerdem sollte man bereits im Versicherungsvertrag festhalten, welche Daten genau erhoben und verwendet werden“, fügt Alexander Mürmann hinzu. „Das schafft Transparenz.“

Darüber hinaus empfiehlt der Deutsche Verkehrsgerichtstag, zu dem sich einmal im Jahr Verkehrsrechtler sowie Experten für Sicherheit und Technik in Goslar treffen, bei der Übermittlung der Daten „Fahrzeughalter und Fahrer technisch und rechtlich in die Lage zu versetzen, diese zu kontrollieren und gegebenenfalls die Weiterleitung zu unterbinden“. Dass die Kunden etwa über eine Internetplattform selbst überprüfen, welche Daten übertragen werden und wie sie selbst oder ihre Kinder Auto fahren, könnte die Akzeptanz von Telematiktarifen künftig erhöhen. Doch noch stehen, auch das zeigt die Bitkom-Umfrage, zwei Drittel der deutschen Autofahrer der Technik skeptisch gegenüber.

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