Das deutsche Rentensystem ist zwar gerecht und praktikabel, aber wenig zukunftstauglich. Ohne signifikante Reformen werde es zusammenbrechen, warnt der aktuelle „Melbourne Mercer Global Pension Index“, der Rentensysteme in 25 Staaten weltweit vergleicht. Zwei Auswege schlagen die Studienautoren vor: mehr private Vorsorge und einen späteren Wechsel in die Rente.
In vielen Ländern verabschieden sich die Menschen früh vom Arbeitsmarkt. In Polen und Frankreich etwa arbeitet nicht einmal die Hälfte der Menschen nach ihrem 55. Geburtstag – was die Rentensysteme stark belastet. Als Gegenentwurf zeigt Schweden, was möglich ist: Der Anteil der arbeitenden Menschen über 55 Jahren dort liegt bei 77,3 Prozent. Zum Vergleich: Deutschland kommt auf etwa 66 Prozent, leicht steigend. „Mehr als 70 Prozent sind überall erreichbar“, heißt es in der Studie, „das würde die Nachhaltigkeit vieler Rentensysteme verbessern.“
Fast alle Systeme stehen vor ähnlichen Herausforderungen durch mehr alten Menschen und einer steigenden Staatsverschuldung, kombiniert mit ökonomischen Unsicherheiten in einer Niedrigzinsphase. Auch deshalb sehen die Studienautoren des Australian Centre for Financial Studies „einen globalen Trend, die Eigenverantwortung in den Vordergrund zu rücken“.