Container kommen regelmäßig gequetscht oder aufgerissen von ihren Reisen zurück. Vieles lässt sich reparieren, aber nicht alles rechnet sich. Versichert wird selten, ausgebeult ständig.

Sieht nicht schön aus, was die LKW geladen haben. Quetschungen, Beulen oder Risse haben den Containern zugesetzt. Jetzt warten sie vor dem CMR-Gelände am Rande des Hamburger Hafens darauf, wieder hergerichtet zu werden: CMR steht für Container Maintenance Repair. Repariert werden hier jeden Tag 500 Frachtboxen. Für die großen Reedereien ist Zeit Geld. Die Margen sind hauchdünn, der Preiskampf ist knallhart. Und wenn – wie derzeit – das Geschäft brummt, müssen die Stahlkisten so schnell wie möglich wieder einsatzfähig sein.

Daran arbeiten die 45 CMR-Mitarbeiter. Trennschleifer und Schweißgeräte sind ihre wichtigsten Werkzeuge, um die Spuren des rauen Umgangs mit den Allzweckbehältern des Welthandels zu beseitigen. Einfache Wartung ist oft zu wenig: Kommen die Container von Reisen aus Schwellenländern zurück, schicken die CMR-Inspektoren fast jede zweite Box in die Reparaturhalle. Auf den Rennstrecken zwischen China und Europa fällt die Bilanz dank moderner Hafenterminals mit rund 25 Prozent Reparaturanteil günstiger aus, denn die meisten Schäden entstehen beim Umschlagen.

Der Container ist ein Industrieprodukt, damit wird nicht zimperlich umgegangen.
Reinhard Scheibe, Senior Manager Container Engineering bei Hapag Lloyd

Beim Gang übers Gelände liefert Geschäftsführer Kai Ove Tiedemann wie ein Unfallchirurg Diagnosen: Sechs Millimeter dicker Stahl, zerknittert wie eine Zigarettenschachtel? Wohl das Ergebnis des Absturzes eines tonnenschweren Teils aus großer Höhe. Das klaffende kreisrunde Loch in der Stirnwand einer dunkelroten 40-Fuß-Box? Die hing wahrscheinlich bei starkem Wind am Hebezeug der Containerbrücke, kam ins Schaukeln und blieb hängen. „Es gibt nichts, was nicht kaputt gehen kann”, sagt Tiedemann. „Und fast nichts, das nicht reparabel wäre.” Verbogene Stahlteile herausschneiden, den Container richten, neue Stahlbleche oder Träger einschweißen und am Ende alles frisch lackieren, lautet dabei die regelmäßige Abfolge. Was sich noch lohnt, hängt vom Zeitwert – auf zwölf Jahre ist er ausgelegt – des Containers ab. Letztlich muss der Kunde entscheiden.

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