Sie versorgen Häftlinge mit Heroin und Handys, Pistolen und Pornos. Sie spionieren fremde Häuser aus und schmuggeln Sprengstoff, Waren und Drogen über Grenzen. Erstaunlich vielfältig, was Drohnen so alles können. Je häufiger sie im Luftraum auftauchen, desto häufiger stellt sich die Frage: Was tun die da, wollen die wirklich nur fliegen?
Letztens stürzte solch ein Flugobjekt vor dem Weißen Haus des US-Präsidenten ab. In Japan wurde ein Mann verhaftet, der eine Drohne mit radioaktivem Material auf dem Hausdach des Premierministers landete. Auch rund um Atomkraftwerke, Stadien, Flughäfen und Chemiewerke werden die Flieger immer häufiger gesichtet.
Kann natürlich alles Zufall sein, muss aber nicht. Deshalb wird an Anti-Drohnen-Systemen ebenso intensiv geforscht wie an der Drohnentechnik selbst. Die Mittel und Wege, um die Flugobjekte aus der Luft zu pflücken, sind ungeahnt vielfältig. Eine Gas-Salve aus einer Panzerfaust – genau genug gezielt – soll die Drohnen ebenso zur Landung zwingen wie Störsignale auf der richtigen Funkfrequenz. Einen ungewöhnlichen Weg schlagen die niederländische Polizei und die französische Luftwaffe ein: Sie richten Raubvögel ab, die den Drohnen in der Luft den Garaus bereiten.
In Deutschland müssen Besitzer ihre Drohnen versichern. Bei vielen Anbietern ist die dafür nötige Luftfahrzeug-Haftpflichtversicherung für wenig Geld zu haben.
Das Bundesverkehrsministerium führt neue Regeln ein: Ab Oktober sind alle Drohnen, die mehr als 250 Gramm wiegen, kennzeichnungspflichtig. Das soll sicherstellen, dass sich nach einem Missbrauch der Eigentümer identifizieren lässt.