Rentner können dem kalten und tristen November leicht entkommen: Sie verschwinden einfach – dorthin, wo es wärmer und angenehmer ist. Doch mag der Winter in Florida oder in Italien milder sein, ganz sollten Rentner ihre Zelte in Deutschland nicht abbrechen. Zumindest wenn der Fiskus nicht zugreifen soll. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt derzeit rund 1,75 Millionen Renten ins Ausland. Die meisten gehen an frühere Gastarbeiter, die in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Dazu kommen rund 230.000 Deutsche, die der Heimat den Rücken gekehrt haben. Entscheidend ist die Frage: auf Dauer oder nur vorübergehend? Zehn Monate Spanien und zwei Monate Deutschland? Unproblematisch für den Fiskus, derlei gilt als „längerer Auslandsaufenthalt“ – übrigens auch außerhalb der Europäischen Union. Wer sich komplett abmeldet, muss eventuell Abschläge hinnehmen, wenn etwa auch Beitragszeiten nach dem Fremdrentengesetz in die Rente einfließen oder eine Erwerbsminderungsrente nicht nur aus medizinischen Gründen gezahlt wird. Problematischer wird es für alle, die eine Riester-Rente bekommen. Der Versicherer zahlt zwar immer, unabhängig vom Wohnsitz, aber wer sich aus dem Europäischen Wirtschaftsraum entfernt – das ist die EU plus Island, Norwegen und Liechtenstein –, muss die staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Und das summiert sich ganz schnell auf mehrere Tausend Euro. Also Obacht!